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Steuern

Solidaritätszuschlag GmbH 2026: Wer zahlt noch Soli — und wie viel?

5,5 % Soli auf die Körperschaftsteuer und auf jede Ausschüttung — für GmbH und UG gilt der Solidaritätszuschlag 2026 weiter. Berechnung, Beispiele und Holding-Strategie.

Veroeffentlicht
Aktualisiert
Autor:in
Diana

Der Soli wurde abgeschafft? Nicht ganz. Während rund 90 % der Privatpersonen seit 2021 keinen Solidaritätszuschlag mehr zahlen, gilt für deine GmbH oder UG das Gegenteil: Sie zahlt weiterhin 5,5 % Soli auf jede festgesetzte Körperschaftsteuer und auf jede Dividendenausschüttung. Auch 2026 ändert sich daran nichts — und das fällt vielen Geschäftsführern erst beim ersten Steuerbescheid auf.

Was 2021 wirklich passiert ist (und was nicht)

Mit dem Gesetz zur Rückführung des Solidaritätszuschlags wurde der Soli zum 1. Januar 2021 für die meisten Privatpersonen abgeschafft. Konkret heißt das:

  • Privatpersonen mit zu versteuerndem Einkommen unter rund 96.820 € (2024) zahlen keinen Soli mehr
  • In der Milderungszone steigt die Belastung gestaffelt bis zum vollen Satz
  • Spitzenverdiener zahlen weiterhin den vollen Satz von 5,5 %
  • Auf Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden) bleibt der Soli auf der Privatperson-Seite voll bestehen

Was nicht abgeschafft wurde: der Soli für Kapitalgesellschaften. Eine GmbH oder UG hat keine Freigrenze; sie zahlt von Euro 1 an Soli, sobald Körperschaftsteuer anfällt.

GmbH zahlt 5,5 % Soli auf die Körperschaftsteuer

Der Solidaritätszuschlag für Kapitalgesellschaften wird auf die festgesetzte Körperschaftsteuer aufgeschlagen — nicht direkt auf den Gewinn. Die Rechnung sieht so aus:

  • Körperschaftsteuer (KSt): 15 % auf den steuerlichen Gewinn
  • Soli: 5,5 % der Körperschaftsteuer
  • Effektive Soli-Belastung: 15 % × 5,5 % = 0,825 % vom Gewinn

Der Soli ist damit nominal klein, kommt aber auf jede einzelne Steuererklärung deiner GmbH on top — auch auf Vorauszahlungen.

Berechnungsbeispiel: Wie viel Soli zahlt deine GmbH 2026

Eine GmbH erwirtschaftet 2026 einen steuerlichen Gewinn von 80.000 €:

  • Körperschaftsteuer: 80.000 € × 15 % = 12.000 €
  • Solidaritätszuschlag: 12.000 € × 5,5 % = 660 €
  • Gewerbesteuer (Hebesatz 400 %): ca. 11.200 €
  • Gesamtbelastung: ca. 23.860 € (29,8 % effektiv)

Ohne Soli wären es 23.200 €. Die 660 € Soli sind also kein Kleinkram, sondern eine echte Position in deiner Jahresplanung.

Soli auf Dividenden — auch die Kapitalertragsteuer ist betroffen

Der Soli läuft an einer zweiten Stelle weiter: bei Ausschüttungen der GmbH an ihre Gesellschafter. Wenn deine GmbH eine Gewinnausschüttung an dich als Privatperson durchführt, behält sie ein:

  • Kapitalertragsteuer (KapESt): 25 % auf die Ausschüttung
  • Soli: 5,5 % der KapESt = 1,375 %
  • Gesamteinbehalt: 26,375 % (ohne Kirchensteuer)

Aus 100.000 € Brutto-Ausschüttung werden so 73.625 € netto bei dir ankommen. Die Freigrenze für Soli auf Kapitalerträge ist sehr niedrig — bei normalen Ausschüttungen praktisch nie erreicht.

Holding-Strukturen — wie sich der Soli fast vollständig vermeiden lässt

Bei einer Holding-Struktur — Tochter-GmbH schüttet an Mutter-GmbH aus — greift das Schachtelprivileg nach § 8b KStG: 95 % der Ausschüttung sind steuerfrei, nur 5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgabe und werden besteuert.

Effekt für eine Holding-GmbH bei 100.000 € Ausschüttung:

  • Steuerpflichtig: 5 % von 100.000 € = 5.000 €
  • KSt darauf: 5.000 € × 15 % = 750 €
  • Soli darauf: 750 € × 5,5 % = 41,25 €

Statt 660 € Soli auf den vollen Gewinn fallen damit nur ~41 € auf der Holding-Ebene an. Voraussetzung: Mindestbeteiligung von 10 % bei der Gewerbesteuer und 15 % bei der KSt-Tochter.

Bleibt der Soli für Unternehmen? Verfassungsgericht und Zukunft

Mehrere Verfassungsbeschwerden haben argumentiert, der Soli sei nach Auslaufen des Solidarpakts II Ende 2019 verfassungswidrig. Das Bundesverfassungsgericht hat im Januar 2025 entschieden, dass der Soli weiterhin verfassungsgemäß ist — auch für Unternehmen. Eine politische Diskussion um die vollständige Abschaffung läuft, aber 2026 ist keine Reform geplant.

Für deine GmbH heißt das: weiter einkalkulieren — und nach Möglichkeit über Holding-Struktur oder gezielte Steueroptimierung reduzieren.

Fazit

Der Soli ist für Privatpersonen weitgehend Geschichte, für GmbH und UG aber weiterhin Realität: 5,5 % auf jede Körperschaftsteuer, 5,5 % auf jede ausgeschüttete Dividende. Auf 2026 gerechnet sind das schnell 600–2.500 € pro Jahr extra, je nach Gewinn — Geld, das mit der richtigen Holding-Struktur fast vollständig auf der Mutterebene gespart werden kann. Norman rechnet den Soli automatisch in deine Körperschaftsteuer-Erklärung ein, weist ihn separat aus und hält die Vorauszahlungstermine fest — so bleibt der Soli zwar fällig, kostet dich aber keine zusätzliche Stunde Buchhaltung.

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