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Unternehmen

UG gründen 2026: Anleitung Schritt für Schritt, Kosten und Unterschied zur GmbH

Eine UG (haftungsbeschränkt) lässt sich mit nur einem Euro Stammkapital gründen – ideal für Gründer mit kleinem Budget. Wir erklären, wie die UG-Gründung 2026 abläuft, was sie kostet und wann die GmbH die bessere Wahl ist.

Veroeffentlicht
Aktualisiert
Autor:in
Diana

Die UG (haftungsbeschränkt) – oft als Mini-GmbH bezeichnet – ist die günstigste Möglichkeit, eine Kapitalgesellschaft in Deutschland zu gründen. Statt 25.000 Euro wie bei der GmbH reicht theoretisch ein Euro Stammkapital. Das macht die UG attraktiv für Gründer mit kleinem Budget oder alle, die ein Geschäftsmodell erst testen wollen.

Was ist eine UG (haftungsbeschränkt)?

Die UG ist eine Sonderform der GmbH nach § 5a GmbHG. Als Kapitalgesellschaft haftet sie nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen – dein Privatvermögen ist geschützt. Der wichtigste Unterschied: Das Mindeststammkapital beträgt 1 statt 25.000 Euro.

Dafür greift die sogenannte Thesaurierungspflicht: Die UG muss jedes Jahr 25 % ihres Jahresüberschusses als Rücklage einbehalten. Erst wenn Stammkapital und Rücklagen zusammen 25.000 Euro erreichen, darf die UG in eine reguläre GmbH umgewandelt werden.

UG oder GmbH – was passt besser?

Beide Rechtsformen bieten Haftungsbeschränkung und zahlen dieselben Steuern. Die Hauptunterschiede:

  • UG: Stammkapital ab 1 €, 25 % Gewinneinbehalt bis 25.000 €, günstigerer Einstieg, schwächeres Außenimage
  • GmbH: 25.000 € Mindestkapital, kein Einbehaltungsgebot, stärkere Glaubwürdigkeit bei Banken und Investoren

Die UG eignet sich, wenn das GmbH-Kapital noch fehlt oder du ein Geschäftsmodell kostengünstig erproben willst. Die GmbH lohnt sich, wenn du von Anfang an maximale Seriosität gegenüber Kunden, Banken oder Investoren benötigst.

UG gründen: Schritt für Schritt

  1. Gesellschaftsvertrag aufsetzen: Nutze das vereinfachte Musterprotokoll (bis zu 3 Gesellschafter) oder einen individuell gestalteten Vertrag.
  2. Notartermin: Der Gesellschaftsvertrag muss notariell beurkundet werden.
  3. Stammkapital einzahlen: Das Stammkapital muss vollständig auf das Gesellschaftskonto überwiesen werden – vor dem Handelsregistereintrag.
  4. Handelsregistereintragung: Das Amtsgericht trägt die UG ins Handelsregister ein. Erst dann ist die Gesellschaft rechtlich existent.
  5. Gewerbeanmeldung: Beim zuständigen Ordnungsamt anmelden (außer bei rein freiberuflicher Tätigkeit).
  6. Steuerliche Erfassung: Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt einreichen.
  7. Geschäftskonto eröffnen: Als Kapitalgesellschaft ist ein eigenes Geschäftskonto Pflicht.

Kosten der UG-Gründung

  • Notar (Musterprotokoll): ca. 100–300 €
  • Notar (individueller Vertrag): ca. 500–1.500 €
  • Handelsregistereintragung: ca. 150–200 €
  • Gewerbeanmeldung: 15–60 €
  • Gesamt ab ca. 300–500 € (Musterprotokoll)

Tipp: Das Musterprotokoll spart Notarkosten und eignet sich für einfache Strukturen mit bis zu 3 Gesellschaftern. Bei komplexeren Regelungen lohnt ein individueller Gesellschaftsvertrag.

Buchführungspflichten der UG

Als Kapitalgesellschaft unterliegt die UG von Anfang an der Buchführungspflicht nach HGB – unabhängig von Umsatz oder Mitarbeiterzahl. Das bedeutet: doppelte Buchführung, Jahresabschluss (Bilanz + GuV) und Offenlegung beim Bundesanzeiger.

Laufende steuerliche Pflichten:

  • Umsatzsteuervoranmeldung (monatlich oder vierteljährlich)
  • Körperschaftsteuererklärung (jährlich)
  • Gewerbesteuererklärung (jährlich)
  • Jahresabschluss und Offenlegung im Bundesanzeiger

Steuern der UG

Die UG zahlt dieselben Steuern wie eine GmbH:

  • Körperschaftsteuer: 15 % auf den Gewinn
  • Solidaritätszuschlag: 5,5 % der Körperschaftsteuer
  • Gewerbesteuer: je nach Gemeindehebesatz ca. 7–17 %

Als Geschäftsführer zahlst du auf dein Gehalt aus der UG zusätzlich Einkommensteuer und ggf. Sozialversicherungsbeiträge.

Fazit

Die UG ist ein günstiger und rechtlich vollwertiger Einstieg in die Welt der Kapitalgesellschaften. Von Tag eins an gelten die gleichen Buchführungs- und Steuerregeln wie bei der GmbH. Wer diese Pflichten von Anfang an sauber erfüllt, legt das Fundament für nachhaltiges Wachstum.

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