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GbR gründen 2026: Anleitung, Kosten & Haftung

Die GbR ist die einfachste Rechtsform für zwei oder mehr Gründer. So gründest du 2026 eine GbR – mit Schritten, Kosten, Haftung, Steuern und dem neuen Gesellschaftsregister.

Kategorie
Unternehmen
Aktualisiert
Autor:in
Diana

GbR gründen 2026: Anleitung, Kosten & Haftung

Wenn ihr zu zweit oder zu dritt ein Business startet, ist die GbR oft die naheliegendste Rechtsform: schnell, günstig und ohne Notar. Kein Stammkapital, kaum Bürokratie – mit einem gemeinsamen Zweck seid ihr quasi sofort eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

Doch die Einfachheit hat einen Preis: In der GbR haftet jeder Gesellschafter unbeschränkt mit dem Privatvermögen. Wer das unterschätzt, riskiert mehr, als ihm lieb ist. Deshalb lohnt sich ein klarer Blick auf Gründung, Kosten und Haftung.

In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du 2026 eine GbR gründest, was sie kostet, wie sie besteuert wird und was sich durch das neue Gesellschaftsregister (eGbR) geändert hat.

Was ist eine GbR?

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist die einfachste Form der Personengesellschaft (§ 705 BGB). Sie entsteht, sobald sich mindestens zwei Personen zusammenschließen, um einen gemeinsamen Zweck zu verfolgen – etwa eine Agentur, eine Praxisgemeinschaft oder ein gemeinsames Café.

Typisch für die GbR:

  • Kein Mindestkapital – im Gegensatz zur GmbH (25.000 €) oder UG (1 €)
  • Kein Notar nötig (außer bei Immobilien im Gesellschaftsvermögen)
  • Mindestens zwei Gesellschafter – allein geht keine GbR
  • Geeignet für Freiberufler ebenso wie für Gewerbetreibende

Wird die GbR zu groß oder rein gewerblich mit kaufmännischem Geschäftsbetrieb, wird sie automatisch zur OHG. Ob ihr freiberuflich oder gewerblich tätig seid, klärt unser Beitrag Freiberufler oder Gewerbetreibender.

GbR gründen: So funktioniert es in 4 Schritten

  1. Gesellschaftsvertrag aufsetzen. Mündlich reicht rechtlich, ist aber riskant. Haltet schriftlich fest: Gesellschafter, Zweck, Einlagen, Gewinnverteilung, Geschäftsführung und was bei Austritt passiert.
  2. Gewerbe anmelden (nur bei gewerblicher Tätigkeit). Jeder gewerbliche Gesellschafter meldet beim Gewerbeamt an – siehe Gewerbeanmeldung-Anleitung. Reine Freiberufler-GbRs brauchen kein Gewerbe.
  3. Finanzamt informieren. Ihr erhaltet den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und beantragt eine eigene Steuernummer für die GbR.
  4. Geschäftskonto eröffnen. Ein gemeinsames Konto auf den Namen der GbR trennt Geschäft und Privat sauber – die Basis für jede ordentliche Buchhaltung.

Kosten einer GbR-Gründung

Die GbR ist die günstigste Rechtsform überhaupt. Realistische Kosten 2026:

  • Gewerbeanmeldung: ca. 20–60 € pro Gesellschafter (je nach Gemeinde)
  • Gesellschaftsvertrag: 0 € selbst gemacht, oder einige Hundert Euro mit Anwalt
  • Notar: in der Regel 0 € – nur bei Immobilien nötig
  • Stammkapital: 0 €

Damit ist eine GbR meist für unter 100 € gegründet – ein zentraler Grund für ihre Beliebtheit bei Gründerteams.

Haftung: Der größte Nachteil der GbR

Der entscheidende Punkt: In der GbR haften alle Gesellschafter unbeschränkt, gesamtschuldnerisch und auch mit dem Privatvermögen. Das heißt: Macht ein Gesellschafter im Namen der GbR Schulden, kann ein Gläubiger das gesamte Privatvermögen jedes Gesellschafters in Anspruch nehmen.

Genau hier liegt der Unterschied zur Kapitalgesellschaft. Wer das Haftungsrisiko begrenzen will, sollte über eine UG oder GmbH nachdenken. Für risikoarme Dienstleistungen ist die GbR dagegen oft völlig ausreichend.

Steuern in der GbR

Die GbR selbst zahlt keine Einkommensteuer. Sie ist steuerlich transparent: Der Gewinn wird ermittelt und anteilig den Gesellschaftern zugerechnet, die ihn in ihrer privaten Einkommensteuer versteuern.

Wichtig sind drei Erklärungen:

  • Gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellung: Die GbR erklärt einmal ihren Gesamtgewinn und die Aufteilung.
  • Umsatzsteuer: Hier ist die GbR selbst Unternehmer – sie meldet die Umsatzsteuer an, nicht die einzelnen Gesellschafter.
  • Gewerbesteuer: Nur bei gewerblicher GbR; der Freibetrag von 24.500 € gilt für die Gesellschaft.

Den Gewinn ermitteln die meisten GbRs per Einnahmenüberschussrechnung. Eine sauber geführte Buchhaltung ist die Grundlage – Norman übernimmt mit der KI-Buchhaltung die Belegerfassung und bereitet eure Umsatzsteuervoranmeldungen vor. Was beim Start sonst noch wichtig ist, findest du unter Selbstständig werden und Steuern für Selbstständige.

eGbR: Das neue Gesellschaftsregister (MoPeG)

Seit dem 1. Januar 2024 gibt es durch das MoPeG (Gesetz zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts) das neue Gesellschaftsregister. Eine dort eingetragene GbR heißt eingetragene GbR (eGbR).

Die Eintragung ist grundsätzlich freiwillig – aber Pflicht, wenn die GbR registrierte Rechte erwerben will, etwa Immobilien kaufen oder GmbH-Anteile halten. Eine eGbR schafft mehr Transparenz und Rechtssicherheit, bringt aber auch Eintragungs- und Folgekosten mit sich. Für eine klassische Dienstleistungs-GbR ohne Grundbesitz ist die Eintragung 2026 meist nicht erforderlich.

Fazit

Die GbR ist 2026 die schnellste und günstigste Rechtsform für Gründerteams – ideal für Freiberufler und kleine Dienstleister, die ohne Stammkapital und Notar starten wollen. Der Preis dafür ist die volle persönliche Haftung. Wer das Risiko akzeptiert und von Anfang an saubere Buchhaltung führt, hat mit der GbR ein unkompliziertes Fundament. Wird das Geschäft größer oder riskanter, ist der Wechsel zur UG oder GmbH jederzeit möglich.

Norman übernimmt die operative Arbeit im Hintergrund

Von Rechnungen bis Buchhaltung: Norman organisiert wiederkehrende Finanzarbeit, damit du Fristen sauber einhältst und weniger manuell nachhalten musst.