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Steuern

Geschenke an Kunden und Mitarbeiter GmbH 2026: 50-Euro-Grenze und richtige Buchung

Welche Geschenke deine GmbH 2026 absetzen kann: 50 € Freigrenze für Geschäftspartner, 60 € für Mitarbeiter, Pauschalversteuerung mit § 37b EStG und die richtigen Buchungskonten.

Veroeffentlicht
Aktualisiert
Autor:in
Diana

Geschenke gehören zur GmbH-Praxis — Weinpräsente zu Weihnachten, Blumen zum Geburtstag, kleine Aufmerksamkeiten für Stammkunden. Aber: Nicht jedes Geschenk ist steuerlich abzugsfähig, und nicht jedes lässt sich beim Empfänger steuerneutral übergeben. Mit dem Wachstumschancengesetz wurde die Freigrenze für Geschäftsfreunde 2024 von 35 € auf 50 € angehoben — sie gilt auch 2026 weiter. Hier kommt die komplette Anleitung für GmbH und UG.

Geschenke an Geschäftsfreunde: 50-Euro-Freigrenze

Geschenke an Kunden, Lieferanten oder andere Geschäftspartner darf deine GmbH bis 50 € pro Empfänger und Wirtschaftsjahr als Betriebsausgabe absetzen (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG). Dabei zählt:

  • Die Grenze ist eine Freigrenze, kein Freibetrag — wer 50,01 € verschenkt, verliert den Abzug komplett.
  • Bei Vorsteuerabzug zählt der Nettobetrag, ohne Vorsteuerabzug der Bruttobetrag.
  • Alle Geschenke an denselben Empfänger im Wirtschaftsjahr werden zusammengezählt.

Beispiel: Du schenkst einer Kundin im Mai eine Flasche Wein für 30 € netto und im Dezember Pralinen für 25 € netto — Summe 55 €. Die 50-Euro-Grenze ist überschritten, beide Geschenke sind nicht abzugsfähig.

Streuwerbeartikel: bis 10 Euro netto

Werbegeschenke unter 10 € netto pro Stück — klassische Streuwerbeartikel wie Kugelschreiber, Tassen oder Notizbücher mit Logo — fallen nicht unter die 50-Euro-Grenze. Sie sind unbeschränkt absetzbar und werden auf einem separaten Konto gebucht (SKR03: 4630, SKR04: 6610). Wichtig: Sie müssen sich klar als Werbung erkennen lassen (Firmenlogo).

Pauschalversteuerung nach § 37b EStG

Beim Beschenkten löst dein Geschenk grundsätzlich Steuerpflicht aus — egal ob Kunde oder Mitarbeiter. Damit dein Geschäftsfreund das Geschenk nicht versteuern muss, kannst du als Schenker die Pauschalsteuer von 30 % nach § 37b EStG übernehmen. Das ist meist der elegantere Weg, weil:

  • Der Empfänger das Geschenk steuerfrei behält.
  • Du den Pauschalsteuerbetrag selbst auch als Betriebsausgabe absetzen kannst — soweit das Geschenk selbst abzugsfähig war.
  • Die Pauschalsteuer einheitlich für alle Geschenke eines Wirtschaftsjahrs gilt — entweder ganz oder gar nicht.

Plus: 5,5 % Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer auf die Pauschalsteuer. Anmeldung erfolgt mit der Lohnsteueranmeldung.

Geschenke an Mitarbeiter: Aufmerksamkeiten und Sachbezüge

Bei Mitarbeitergeschenken unterscheidet das Steuerrecht zwei Kategorien.

Aufmerksamkeiten zu persönlichen Anlässen — bis 60 € brutto

Geburtstag, Hochzeit, Geburt eines Kindes, Jubiläum: Sachgeschenke bis 60 € brutto pro Anlass sind für den Mitarbeiter lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei (R 19.6 Abs. 1 LStR). Geldgeschenke fallen nicht unter diese Regel — sie sind immer steuerpflichtig.

Monatliche Sachbezüge — bis 50 € brutto

Unabhängig vom Anlass darfst du jedem Mitarbeiter monatlich Sachbezüge bis 50 € brutto steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG) — z. B. Tankgutscheine, Sachbezugskarten oder Essensgutscheine. Zur sauberen Abgrenzung von Sachbezügen lies unseren Leitfaden zu Sachbezügen in der GmbH.

Buchung: Welches Konto, welche Vorsteuer?

Geschenke werden in der GmbH-Buchhaltung getrennt nach Empfänger und Wert kontiert:

  • Geschenke ≤ 50 € netto an Geschäftsfreunde → SKR03 4630 / SKR04 6610 (abzugsfähig). Vorsteuerabzug möglich.
  • Geschenke > 50 € netto an Geschäftsfreunde → SKR03 4635 / SKR04 6620 (nicht abzugsfähig). Kein Vorsteuerabzug (§ 15 Abs. 1a UStG).
  • Streuwerbeartikel ≤ 10 € netto → SKR03 4630 / SKR04 6610. Vorsteuerabzug möglich.
  • Mitarbeitergeschenke → SKR03 4140 / SKR04 6060 (Aufmerksamkeiten / sonstiger Sachbezug).
  • Pauschalsteuer 30 % → SKR03 4639 / SKR04 6644.

In Norman erkennt die KI Geschenkbelege automatisch und schlägt das passende Konto inklusive Pauschalsteuer-Rückstellung vor — die Kontenrahmen-Logik ist eingebaut. Wenn du dir die Konten in SKR03 und SKR04 noch genauer ansehen willst, findest du dort den Vergleich.

Dokumentation: Was du belegen musst

Damit das Finanzamt deine Geschenke anerkennt, dokumentierst du zu jedem Vorgang:

  • Empfängername und -anschrift (zwingend bei Geschäftsfreunden).
  • Anlass (z. B. „Geburtstag Frau Müller, Schlüsselkunde XY“).
  • Wert mit Beleg (Kassenbon, Rechnung).
  • Buchung im separaten Konto wie oben dargestellt.
  • Empfängerliste für die Pauschalbesteuerung — sonst gilt § 37b nicht.

Schenkst du regelmäßig, lohnt sich ein einfaches Geschenkebuch oder eine digitale Belegerfassung. Was generell als Betriebsausgabe in der GmbH gilt, haben wir in einem separaten Artikel.

Fazit

50 € für Geschäftsfreunde, 60 € pro Anlass für Mitarbeiter, 50 € monatlich als Sachbezug — drei Grenzen, drei Konten, drei Buchungslogiken. Ein einziger Cent zu viel macht das gesamte Geschenk steuerlich wertlos. Mit Norman buchst du Geschenke automatisch auf das richtige Konto, prüfst Freigrenzen pro Empfänger und behältst die Pauschalsteuer im Blick. So wird aus einer netten Geste keine ärgerliche Nachzahlung in der nächsten Betriebsprüfung.

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