Die Hausbank der Selbstständigen ist keine Sparkasse mehr — es ist N26
Wir haben mehr als 1.000 Bankverbindungen von Selbstständigen ausgewertet. Zwei von drei führen zu einer Neobank, an der Spitze steht mit großem Abstand N26 — und alle Sparkassen zusammen kommen auf rund ein Zehntel. Ausgabe 1 des Banken-Monitors.
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- Norman
Basis: über 1.000 Bankverbindungen von Selbstständigen, Stand Juni 2026
Methodik & DatengrundlagePresseanfragen: press@norman.finance
Welche Bank nutzt eine Selbstständige in Deutschland, wenn sie heute startet? Die naheliegende Antwort wäre die Sparkasse um die Ecke — das dichteste Filialnetz des Landes, über Jahrzehnte die Hausbank der Deutschen. Die Daten zeichnen ein anderes Bild. Grundlage dieser Auswertung sind mehr als 1.000 Bankverbindungen, die Selbstständige und kleine Unternehmen in Deutschland mit ihrer Buchhaltung in Norman verknüpft haben (Stand Juni 2026).
Eine verbundene Bank ist dabei ein starkes Signal. Verknüpft wird das Konto, über das der Geschäftsalltag läuft — Eingänge, Ausgaben, Belege. Die Zahlen zeigen also nicht, wo jemand irgendwann ein Konto eröffnet hat, sondern welches Konto tatsächlich arbeitet.
Zwei von drei Verbindungen führen zu einer Neobank
Das Bild ist eindeutig. Rund zwei von drei Bankverbindungen führen zu einer Neobank oder einem Fintech — etwa 66 Prozent. Klassische Groß- und Direktbanken kommen zusammen auf rund 15 Prozent, Sparkassen und Genossenschaftsbanken auf rund 10 Prozent, der Rest verteilt sich auf sonstige Institute (rund 9 Prozent).
Bemerkenswert ist die Stabilität. Bei den jeweils neu verknüpften Konten lag der Neobank-Anteil 2024, 2025 und 2026 jeweils bei rund zwei Dritteln. Das ist kein Strohfeuer eines einzelnen Jahres, sondern ein eingeschwungener Zustand.
N26 führt mit großem Abstand
Innerhalb der Neobanken gibt es einen klaren Spitzenreiter. N26 ist mit rund einem Viertel aller Verbindungen die mit Abstand am häufigsten verbundene Bank — rund 1,8-mal so viele wie der Zweitplatzierte Revolut, der auf rund 12 Prozent kommt. Dahinter folgt Qonto mit rund 8 Prozent, und erst danach die Sparkassen als erste klassische Institutsgruppe.
Die Rangliste liest sich wie ein Who-is-who der europäischen Fintech-Szene: Auf Revolut und Qonto folgen Vivid, Finom, Wise und Kontist. Die klassischen Namen — Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank — tauchen erst tief in der Liste auf, jeweils im niedrigen einstelligen Bereich. N26 allein verbindet rund dreimal so viele Selbstständige wie alle Sparkassen zusammen.
Die große Leerstelle: die Sparkasse
Das ist der eigentliche Befund. Im deutschen Privatkundenmarkt sind Sparkassen und Genossenschaftsbanken die tragende Säule. Zusammen halten sie rund die Hälfte aller privaten Girokonten — die Sparkassen je nach Zählung rund 35 bis 45 Prozent, die Volks- und Raiffeisenbanken rund 13 Prozent. Unter den hier ausgewerteten Selbstständigen kommen beide Gruppen zusammen auf rund 10 Prozent.
Aus rund der Hälfte wird rund ein Zehntel. Die Institutsgruppe, die das deutsche Privatkundengeschäft prägt, spielt im operativen Alltag dieser Selbstständigen kaum eine Rolle.
Warum das so ist — und was es bedeutet
Ein Grund liegt in der Natur der Daten, und wir benennen ihn offen: Wer seine Buchhaltung digital führt und das Konto per Schnittstelle anbindet, gehört zur digital arbeitenden Hälfte der Selbstständigen. Genau dort sind Neobanken stark — sie bieten die schnellste Kontoeröffnung, die beste App und die offensten Schnittstellen. Der tatsächliche Sparkassen-Anteil über alle Selbstständigen hinweg dürfte deshalb höher liegen als rund 10 Prozent.
Doch genau diese Gruppe ist die aussagekräftige. Es sind die digital Arbeitenden, die früh Entscheidenden — und sie haben sich entschieden. Für sie ist die Hausbank keine Frage der Filiale mehr, sondern der Schnittstelle. Bankt die nächste Generation Selbstständiger so, dann beschreibt diese Verteilung keine Nische, sondern eine Vorhut. Für die etablierten Häuser ist das ein Weckruf, für die Neobanken eine Bestätigung.
Diese Auswertung aktualisieren wir ab jetzt quartalsweise an dieser Adresse; Änderungen dokumentiert das Protokoll am Seitenende. Alle Auswertungen dieser Rubrik: Daten & Analysen.
Methodik
Grundlage sind mehr als 1.000 Bankverbindungen, die Selbstständige und Kleinunternehmen in Deutschland in Norman mit ihrer Buchhaltung verknüpft haben (Stand Juni 2026). Mehrfachverbindungen zur selben Bank sind zusammengefasst; verschiedene rechtliche Einheiten derselben Marke (z. B. mehrere Revolut- oder Postbank-Gesellschaften) sind zu einer Marke vereint. Ausgewertet sind ausschließlich Norman-Kernnutzer; Verbindungen aus White-Label-Partnerschaften sind ausgeschlossen. „Neobanken & Fintechs" umfasst u. a. N26, Revolut, Qonto, Finom, Vivid, Wise, Kontist, bunq und C24; Direktbanken wie DKB und ING zählen zu den klassischen Banken. Ein Unternehmen kann mehrere Banken verbinden; Anteile beziehen sich auf alle Verbindungen. Interne und Test-Konten sind ausgeschlossen. Alle Werte sind Anteile; keine veröffentlichte Kennzahl basiert auf weniger als 40 Unternehmen. Absolute Nutzerzahlen veröffentlichen wir nicht. Die Stichprobe bildet digital arbeitende Selbstständige ab und überzeichnet Neobanken tendenziell, da diese die besten Schnittstellen bieten.
Marktanteile im Privatkundengeschäft nach Der Bank Blog und Handelsblatt. Wie wir grundsätzlich mit Daten arbeiten, dokumentiert Methodik & Datengrundlage.
Über diese Daten
Norman ist eine Buchhaltungsplattform für Selbstständige und kleine Unternehmen in Deutschland; dort entstehen die hier ausgewerteten, anonymisierten Bankverbindungen. Grafiken und Zahlen dieser Seite dürfen mit Quellenangabe „Norman" frei verwendet werden. Presseanfragen und Datenwünsche: press@norman.finance.
Änderungsprotokoll
- Juni 2026: Erste Ausgabe. Anteile nach Banktyp und Marke; Stand Juni 2026.
Norman übernimmt die operative Arbeit im Hintergrund
Von Rechnungen bis Buchhaltung: Norman organisiert wiederkehrende Finanzarbeit, damit du Fristen sauber einhältst und weniger manuell nachhalten musst.