Privatentnahme als Selbstständiger 2026: Buchhaltung, Steuer und Höhe richtig planen
Wie viel darfst du dir als Selbstständiger privat entnehmen, sind Privatentnahmen steuerpflichtig und wie buchst du sie richtig? Anleitung mit SKR03/SKR04, Steuerrücklage und häufigen Fehlern.
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- Aktualisiert
- Autor:in
- Diana
Du überweist 3.000 € vom Geschäftskonto auf dein Privatkonto, um Miete und Leben zu bezahlen — und fragst dich: ist das jetzt Gehalt, Gewinn, oder steuerpflichtig? Für Selbstständige heißt das Privatentnahme. Hier erfährst du, wie viel du entnehmen darfst, was du steuerlich beachten musst und wie du sauber buchst.
Was ist eine Privatentnahme?
Eine Privatentnahme liegt vor, wenn du als Einzelunternehmer oder Freiberufler Geld oder Gegenstände aus deinem Betriebsvermögen für private Zwecke entnimmst. Anders als bei einer GmbH bekommst du als Selbstständiger kein Gehalt — du entnimmst direkt aus dem Unternehmen. Die klassische Überweisung vom Geschäftskonto auf das Privatkonto ist der häufigste Fall, aber auch private Nutzung des Firmenwagens, privater Konsum von Waren oder die Bezahlung privater Rechnungen über die Firma sind Privatentnahmen.
Wer darf Privatentnahmen machen — und wer nicht
- Ja — die normale Form der Geldentnahme
- Ja, anteilig nach Gesellschaftsvertrag
- Nein — sie bekommen ein Gehalt oder eine Gewinnausschüttung
Kapitalgesellschaften haben kein "Privatvermögen" der Gesellschafter. Geld zu entnehmen ohne Gehalt oder Gewinnausschüttung ist eine verdeckte Gewinnausschüttung mit teuren Steuerfolgen.
Wie viel darfst du privat entnehmen?
Theoretisch: so viel du willst. Praktisch: nur so viel, wie dein Eigenkapital plus Gewinn hergibt. Wer mehr entnimmt, als er eingebracht und erwirtschaftet hat, rutscht in negatives Eigenkapital — zwar bei Selbstständigen kein direktes rechtliches Problem, aber die Bank wird skeptisch und deine eigene Liquidität wird gefährlich. Faustregeln:
- Behalte mindestens 30 % deines Umsatzes für Steuern zurück (Einkommensteuer, ggf. Gewerbesteuer, Umsatzsteuer)
- Lass einen Liquiditätspuffer von 2-3 Monaten auf dem Geschäftskonto
- Plane Großentnahmen (Urlaub, Anschaffungen) im Voraus
Sind Privatentnahmen steuerpflichtig?
Der häufigste Irrtum: Privatentnahmen sind nicht steuerpflichtig. Die Steuer fällt auf den Gewinn an, nicht auf das, was du dir auszahlst. Egal ob du 1.000 € oder 50.000 € entnimmst — versteuert wird der Gewinn aus deiner EinnahmenUeberschussRechnung (EÜR) oder Bilanz. Eine Privatentnahme ist nur ein Geldfluss vom Geschäfts- aufs Privatkonto, weder Aufwand noch Ertrag. Worauf du achten musst: bei Sachentnahmen (Auto, Waren, privates Telefonieren) fällt eine sogenannte unentgeltliche Wertabgabe an — der Teilwert plus 19 % Umsatzsteuer wird als Eigenverbrauch versteuert. Für die Einkommensteuer plane Steuervorauszahlungen ein, damit dich die Nachzahlung im nächsten Jahr nicht erwischt.
So buchst du Privatentnahmen korrekt (SKR03/SKR04)
- Konto 1800 "Privatentnahmen allgemein" gegen das Bankkonto
- Konto 2100 "Privatentnahmen allgemein"
- zusätzlich mit anteiliger Umsatzsteuer
- 1%-Regel oder Fahrtenbuch
In der EÜR tauchen Privatentnahmen nicht direkt auf — sie sind kein Aufwand und kein Ertrag. Sie reduzieren aber dein Eigenkapital im Anlagenverzeichnis bzw. in der Schlussbilanz.
Privatentnahme vs. Geschäftsführergehalt: Der GmbH-Unterschied
Wenn du eine GmbH oder UG hast, ist die Welt komplett anders: du bekommst als Geschäftsführer ein Gehalt (Lohnsteuer, Sozialversicherung), das die GmbH als Aufwand absetzen kann — oder du nimmst eine Gewinnausschüttung. Welche Mischung steueroptimal ist, hängt von deinem Gewinn ab; mehr dazu im Vergleich Gehalt vs. Gewinnausschüttung. Privatentnahmen wie beim Einzelunternehmer sind in der GmbH grundsätzlich nicht zulässig. Wenn du noch überlegst, ob du überhaupt Selbstständiger oder Gewerbetreibender bist, hilft unser Guide Freiberufler oder Gewerbetreibender bei der Einordnung.
Häufige Fehler bei Privatentnahmen
- Du entnimmst alles, im Frühjahr kommt die Steuerforderung — und du bist illiquide
- Privates Tanken auf Firmenkarte? Ohne Buchung gibt's Ärger bei der Betriebsprüfung
- macht die Buchhaltung unübersichtlich — trenn die Konten von Anfang an
- Wer keine laufende Buchhaltung führt, weiß nicht, wie viel Gewinn er gemacht hat — und entnimmt zu viel
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Mit Norman siehst du in Echtzeit, wie viel du privat entnommen hast, wie viel Steuerrücklage du brauchst und wie hoch dein verfügbares Eigenkapital ist. Privatentnahmen werden automatisch auf dem richtigen Konto verbucht, Steuerrücklagen kalkuliert und die Steuerfilings für Selbstständige bauen direkt auf den korrekten Buchungen auf.
Fazit
Privatentnahmen sind als Selbstständiger normal und steuerfrei — solange du den Gewinn versteuerst, aus dem du entnimmst. Trenn dein Geschäfts- und Privatkonto, halte 30 % Steuerrücklage zurück, buche Sachentnahmen sauber und behalte dein Eigenkapital im Blick. Dann wird die Privatentnahme zur einfachsten Buchung deines Monats.
Norman Blog
Norman uebernimmt die operative Arbeit im Hintergrund
Von Rechnungen bis Buchhaltung: Norman organisiert wiederkehrende Finanzarbeit, damit du Fristen sauber einhaelst und weniger manuell nachhalten musst.